USA/CANADA 2018/5: I must confess: In Canada fühlt man sich sicherer. Back in Trumpsylvanien.

Das ist zwar nichts Neues für mich, da ich seit 26 Jahren mehr oder weniger regelmäßig in Nordamerika unterwegs bin, aber es wird mit den Jahren immer auffallender. Kaum waren wir bei Roosville über der Grenze, schon hörten wir das nervige Heulen der Polizeisirenen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das immer notwendig ist, vielleicht ruft auch nur die Polizistengattin an und teilt immer Mann mit, er solle sich beeilen weil das Nudelwasser kocht. Oder der Burger fast durch ist.

12x war ich nun hier und ich sehe ein Land, dem es nicht anders ergeht, als allen anderen ‚zivilisierten“ Ländern: Die Reichen werden im gleichen Tempo reicher, in dem die Armen ärmer werden. Allerdings – wie fast alles hier – viel drastischer als anderswo.

Wir trafen letztes Jahr in San Francisco Leute, die im Auto schlafen. Nicht etwa, weil sie arbeitslos, suchtkrank oder sonstwie entgleist sind. Nein, die hatten Fulltime Jobs, ganz ordentlich bezahlt, und trotzdem ist es ihnen unmöglich, eine bezahlbare Wohnung im Dunstkreis von S.F. zu finden. Um nicht jeden Tag 300km hin und zurück fahren zu müssen (in dieser Entfernung gibt es erschwinglichen Wohnraum), schlafen die Leute unter der Woche auf dem Rücksitz ihres Autos, und fahren erst am WE nach Hause. 2000$ Monatsmiete für ein 1 – Zimmer Appartement ist noch günstig in Bay City, Companies wie Apple, Amazon, Airbnb, Tesla etc. sei Dank. Deren Topverdiener haben sich fast den kompletten Wohnraum gekrallt.

In Nordkalifornien kamen wir mit einem lustigen Typen ins Gespräch, der sein ererbtes 1 – Familienhaus in Downtown San Francisco für sage und schreibe 1,8 Millionen$ (realer Wert nach seiner Aussage ca. 300.000) verkauft hatte, und sich damit einen schönen Lenz machte.

Mich wundert nicht, dass viele Leute in ihrer Wut und Verzweiflung Trump gewählt hatten, nicht wissend, dass sie damit den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollen.

(Dieselben Ignoranten wählen bei uns AfD. Allerdings weniger aus wirtschaftlichen Gründen, sondern eher aus Fremdenhass. Als ob die Blauen etwas gegen die – sich längst in Gang befindliche – weltweite Völkerwanderung tun könnten.)

Die können das genausowenig, wie der Milliardär Trump sich um Obdachlose kümmert. So, genug gemeckert. Weshalb Jule und ich trotzdem fast jedes Jahr hierher kommen?

Deshalb z.B.

Der Westen der USA hat nun mal die höchste Highlight -Dichte weltweit. Und der Glacier N.P. ist erst der nördliche Anfang. Morgen geht’s weiter für 3 Nächte in den Yellowstone N.P. Dort war ich lange nicht mehr, für Jule ist es das erste Mal.

Und außerdem: Die überwiegende Mehrzahl der US-Bürger ist nett, sehr wissbegierig, und man kommt sofort in – wenn auch meist unverbindlichen – Kontakt. Deshalb werden wir – so Gott will – nicht das letzte Mal im Westen Nordamerikas sein.

So und jetzt muss ich schlafen. So viele Worte – nach 450km Fahrt – zu schreiben schlaucht ganz schön.

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Ärgernis des Halbjahrs: Rental Car Vollkasko ohne Selbstbeteiligung bei Check24.

Mein Gesichtsausdruck nach Rückgabe des Mietwagens.

Grundsätzlich hört sich das natürlich gut an. Wer will schon eine Selbstbeteiligung zwischen 500 – 1500€ im Schadensfall bezahlen?

Wir buchen grundsätzlich Autos ohne versteckte Kosten auch, wenn die einen Schnaps mehr kosten. Tanken : voll/voll, Glas, Unterboden etc., ausreichende Deckung usw. Check 24 präsentiert das recht übersichtlich. Sind alle Symbole beim Angebot grün, dann sollte das okay sein. War es auch, bisher.

Bis im März in Portugal. Flughafen Porto war die Übernahme, nach 2 Wochen gaben wir das Auto wieder ab. „Damage!“, sagte der unfreundliche Mitarbeiter, nachdem er vergeblich versucht hatte, 130€ wegen der angeblichen Verschmutzung des Autos zu kassieren.

„Wo, damage?“ Ich sah beim besten Willen nichts an der hinteren Stoßstange. Er bestand drauf, dass das ein Damage sei, und er würde die Kreditkarte blockiert lassen, wenn ich nicht bezahle.

Man muss dazu wissen, dass man nicht beim örtlichen Vermieter eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung hat, sondern, dass dies separat über Check24 abgeschlossen wird. Und Autovermietungungen blockieren grundsätzlich einen Betrag für evtl. Schäden.

Okay, da nutzte alle Aufregung nichts, ich bezahlte die 130,14€. (Woher der wohl wusste, dass die Ausbesserung des angeblichen Schadens genau 130,14 kostet, kann sich ein jeder selbst ausmalen.)

Zuhause angekommen, setzte ich mich mit Check24 in Verbindung und bekam prompt Antwort. Sie hätten meine Unterlagen an den Versicherer weitergeleitet, aber es könne manchmal bis zu 8 Wochen dauern, bis das Geld überwiesen wird.

Gut, okay. Das Auto war unglaublich billig gewesen, und die 130,14 bringen uns nun nicht gerade in den Hungerturm.

Das war am 3.4.18.

8 Wochen später meldete ich mich wieder bei Check24, weil immer noch nichts auf meinem Konto eingegangen war.

„Das tut uns leid, wir reklamieren das sofort.“ 2 Wochen später: Immer noch nix.

An dieser Stelle will ich Check24 ausdrücklich loben, denn man bot mir an, in Vorleistung zu gehen, bis die Versicherung überweist. Sobald die Summe vom Versicherer bei mir eingeht, sollte ich das Vorgestreckte rücküberweisen. 1 Woche war die Summe überwiesen.

Von der Versicherung kam immer noch nichts.

Bis auf heute. Die Versicherung hat die 130,14 überwiesen. 14 Wochen und 2 Tage nach der Schadensmeldung. So schnell…😨

Ich werde das vorgestreckte Geld in 14 Wochen und 2 Tagen an Check24 zurück überweisen!

Nee, Spaß. Ich mach‘ das heute. Ich will mit Firmen – wie dieser Versicherung – nicht in einen Topf geworfen werden. Außerdem hatte sich Check24 ehrlich bemüht, und man kann nur hoffen, dass man den ein oder anderen Geschäftspartner etwas genauer unter die Lupe nimmt.

Teneriffa 17 / 18: Over and out (noch 4 Tage) Der „Dädschmer“

Fast 6 Wochen sind vorüber und es ist an der Zeit, Fazit zu ziehen. Erstens: Wir sind zu früh gekommen, der Winter in Deutschland dauert noch eine Weile. Nächsten Winter machen wir das anders, wir fliegen später und bleiben bis Ende Februar.

Den Feiertagen zu entfliehen war keine gute Idee, das ist hier keinen Deut weniger bekloppt als zu Hause. Erschwerend kommt hinzu, dass wir venezolanische Nachbarn haben, die hl. Abend und Sylvester bis morgens 5 durchfeiern. Lautstark. Man könnte natürlich auch 8 oder 12 Wochen bleiben, aber da würden mir meine Bandkollegen die rote Karte zeigen. Und ganz ehrlich. ..in 6 Wochen wird die Insel doch ganz schön klein. Außerdem hör‘ ich gerade, dass es in Freiburg/Breisgau genau so warm (oder kühl) ist, wie hier momentan.16 Grad, Regen. Teneriffa Nord liegt nunmal nicht auf dem Äquator. Eine Heizung zu haben ist von Vorteil. Die halbe deutsche Kolonie hustet und schnieft. Beim letzten Probeabend des „Club de Canto“ fehlte ein gutes Drittel der Truppe.

Apropos Musik: Ich habe hier mehr gespielt, als zu Hause. Wenn es auch nicht immer die Musik war, die mir zusagt. Egal, die Finger bleiben geschmeidig. 

Viel gelernt haben wir. Über Menschen und unsere Gutmütigkeit. Ein Tipp: Sollten Sie in einem Urlaubsgebiet mit mehrheitlich älterem Publikum sein, und es fragt Sie jemand, ob Sie sich mit Smartphones/Smart-TV Sat. etc. auskennen, sagen sie um Himmels Willen NEIN!

 Im Schwäbischen gibt es einen Namen für Deppen wie mich. Der „Dädschmer“! Das kommt von „dädsch mer ned (würdest Du mir) dies oder jenes machen“. Haben Sie einmal den Fehler begangen, den Leuten ihr Smartphone so einzustellen, dass sie damit im Ausland telefonieren, oder ins Netz können  (ich sage nur „+49 nicht vergessen) haben Sie  verloren. Das spricht sich rum. Ob Receiverprogrammierungen, oder Handys…3 Fernseher und 5 Handys habe ich zum laufen gebracht. Für Gotteslohn. Im Gegenteil : Ein mir bis dato Unbekannter reklamierte tags darauf in Beschwerdeführerton:“Das geht ja immer noch nicht, ich kann nicht mal meine Frau anrufen!!“. Die Kundenservicekosten konnte ich nicht zurückzahlen, da ich ja keine erhalten hatte. „Zeigen Sie mir mal die Nummer, die Sie gewählt haben!“ „0176 ******“ 

Klasse. Ich sag‘ nur +49. Ich könnte noch viel mehr schreiben, auch Dinge, die mich wirklich wütend gemacht haben, aber ich breite den Mantel der Nächstenliebe darüber. Um nicht ungerecht zu sein: 2 davon haben sich wirklich gebührend bedankt.

Egal. Nächstes Jahr kommen wir wieder. Und sollte mich da jemand fragen: „Kennen Sie sich mit Internet aus?“, werde ich antworten: „Nein, das hat meine Frau gestern aus Versehen gelöscht.“ Man wird mir glauben.

Portugal 2017, die Vierte. „What you see is what you get?“ Von wegen. 

Mittlerweile sind wir in der Nähe von Nazaré angelangt, 100km nördlich von Lissabon. Tolle Gegend, alles paletti und auch nicht so heiß wie an der Algarve.

Hier hatten wir über fewo-direkt (mit denen wir bislang eigentlich  gute Erfahrungen gemacht hatten) ein Haus gebucht. Eine „Villa“ gar, wenn man dem Titel in der Annonce Glauben schenken darf.

Sehen Sie sich diese HomeAway-Unterkunft an:
http://t.hmwy.io/r2kd/g5t7MOm3SD

Eine Villa gibt’s hier…nebenan. Ein Haus gibt es zwar auch, aber dieses besteht aus Ober – und Untergeschoss. Wir zogen die Arschkarte und hatten das Untergeschoss. Seltsam…. Das ganze Appartement erinnert so gar nicht an die 24 Fotos in der Anzeige. Meerblick vom Schlafzimmer? Fehlanzeige, da ist ne kahle Wand und ein kleines Fenster gibt den Blick auf des Nachbarn vertrocknetes Buschwerk frei. Das Appartement. ..gut, Naja zweckmäßig, mit dem Charme einer Bahnhofswartehalle. Zum schlafen und für eine Siesta zwischendurch sollte es reichen. Sollte! Wenn da nicht oben drüber jemand wohnen würde, der offensichtlich am restless legs Syndrom leidet.

Das Haus ist nach dem Motto eines alten Maklerwitzes schallgedämmt: 

Makler aus dem Nebenraum zum Kaufinteressenten:“ Können Sie mich hören?“ Interessent:“Selbstverständlich, klar und deutlich.“ Makler :“Können Sie mich sehen? “ Interessent:“ Nein, natürlich nicht.“ Makler:“DAS sind Wände, was?“

Okay. Is so. Hab‘ gerade mit Milu – der Vermieterin – telefoniert. Morgen reisen die Trampeltiere über uns ab, eine Nacht muss ich noch durchstehen. 

Sie ist völlig aufgelöst, kann das nicht verstehen. Sie hätte doch Bilder von allen Appartements an FeWo-direkt gesandt? Die wären dafür verantwortlich. Fewo-Direkt sagt, der Vermieter sei für die Bilder verantwortlich. Also Keiner ist verantwortlich. Der Mieter ist im Zweifelsfall der Depp. 

Ich hoffe, Milu erinnert sich an ihr Versprechen, uns 30% des Mietpreises nachzulassen. If not? Griff ins Klo. Bad ratings for fewo. Dann eben booking.com oder wie immer Airbnb. Gibt massig Anbieter und der Mieter sollte das kriegen, was ihm gezeigt wurde.

Ganz ehrlich: Ich habe keine Lust mich rumzustreiten. Ich hätte mich wahrscheinlich  (einmal mehr) mit all dem abgefunden, aber ich brauche 1) meine Siesta von 15-16h und 2) meinen Nachtschlaf ab ca.24h. Beides geht bei diesem Gerumpel über uns nicht und da werde ich sauer. Und ich wünsche mich niemandem zum Feind……da kommt dann das Slawische in mir durch.

Nachtrag: Wir haben bis jetzt ca. 4h mit Milu geredet. Sie ist an der ganzen Situation unschuldig, der Fehler liegt bei fewo.