Portugal 2019/4: „Wet-Coast“ vs. Algarve

Sodele, wir sind wieder im Ländle. Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendetwas anderes gut ist, heißt es. Will sagen, die Waldbrandgefahr in Portugal ist für eine Weile gebannt, die Böden sind gut getränkt.

Das war 2017. Wir sind dem Inferno mit viel Glück entkommen, da es erst einen Tag nach unserem Aufenthalt dort ausbrach.

Heuer war es seltsam, Südspanien soff komplett ab (Portugal etwas moderater) und in Deutschland vernebeln Staubstürme in Brandenburg den Autofahrern die Sicht. Waldbrände im April? In Deutschland? Doch, das gibt’s. Ob das am menschengemachten Klimawandel liegt, kann ich nicht sagen, dazu bin ich zu sehr Laie. Am besten frage ich mal bei Fachleuten nach, Gauland oder Donald T.

Portugal liegt doch viel näher am Äquator, da müsste das doch wärmer sein? Trockener nicht unbedingt. Den heftigsten Regen habe ich einmal in Singapur erlebt, und das liegt bekanntermaßen direkt auf dem Äquator. Allerdings hatte der Regen dort Badewassertemperatur. Nicht so in Portugal. Saukalt war’s, wenigstens während der Hälfte der Reise.

Zum Titel: Es ist dieselbe Frage, wie auf Teneriffa. Norden oder Süden, respektive Westküste oder Algarve? Die Algarve ist wärmer, aber das war’s auch schon. Würden Corry und Eugéne nicht dort leben, wir wären nicht runtergefahren.

http://www.risonha.com Das Domizil der Beiden. Wärmstens zu empfehlen, da es etwas im Hinterland, weg vom Trubel liegt.

Die Küste ist zugebaut, Routen direkt am Wasser sind Mangelware.

Anders die Westküste. Man kann von Porto bis Nazaré fast immer direkt am Atlantik lang fahren, wenn man nicht auf die digitale Verkehrsschlampe hört. Dann kann man auch solche Strände sehen, oft menschenleer!

Die Wellen hier, unweit von Nazaré, sind pille-palle. Höchstens 5-6m hoch. Richtig heftig wird’s im Herbst, wenn die Dinger über 20m hoch werden.

Wie soll ich sagen? Wer Ramba-Zamba und ein bisschen Malle-Feeling – und dabei noch recht braun werden – will für den ist wohl die Algarve richtig.

Wer auf den morbiden Charme verfallener Gebäude, oder auf prächtige Kirchen und etwas rauheres Atlantikklima steht, der ist an der Westküste besser aufgehoben. Porto und Lissabon sind für Städteliebhaber ein Muss, das Douro-Tal für Portwein-Nasen, und die Strände für Surfer.

Achja, der Urlaubs-Teint ist dann halt kein Braun, sondern eher Rost.😂

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Portugal 2019/3: Nazaré – Moncarapacho – Nazaré

Das wär’s dann auch schon. Viel zu erzählen gibt’s nicht, wir haben in Moncarapacho Corry und Eugéne besucht, unsere holländischen Freunde. Das Wetter war durchwachsen, aber kannsche nix dran mache, wie Heinz Becker zu sagen pflegt. Auf der Rückfahrt haben wir noch Luisa aus Betlin mitgenommen, die mit einem Riesenrucksack mitten im Nirgendwo stand und nach Lissabon zum Airport wollte.

Wir haben sie bis zur Abflughalle gebracht, etwas für’s Karma getan.

So, das wär’s auch schon. Ist eh nur fürs Protokoll, lesen tut’s ohnehin fast niemand. Übermorgen geht’s dann heim.

Portugal 2019/2: Die Monsterwellen von Nazaré.

23,5m ist der Weltrekord für die höchste, jemals „gerittene“ Welle. Das geht nur hier um Nazaré, im Spätherbst, das so ziemlich auf halbem Weg von Porto nach Lissabon liegt.

Wir sind von Torreira straight Richtung Süden gefahren, und haben die Fähre von der Halbinsel nach Aveiro genommen. Das spart mindestens 50km und kostet nur 8,20€. Die Autobahnen haben wir gemieden. Man muss einfach darauf achten, dass der Atlantik rechts von einem liegt, dann passt das schon. Man kann fast immer am Meer entlang fahren.

Durch typische Dörfer, und recht großzügig angelegte, hübsche Feriensiedlungen.

Leider ist von der Fahrt nur dieses Video von Costa Nova bei Aveiro übrig geblieben, da meine Frau ein kräftiges Gebiss hat. Wie das? Na ja, sie wollte die Speicherkarte wechseln und hielt kurz die volle Mikro-SD zwischen den Zähnen fest. „Kracks“ das war’s. Ein Löwenjunges möchte ich bei ihr nicht sein, wenn das so am Genick gepackt – und rumgeschleppt wird. 😨

Ziemlich beklemmend war der Anblick von tausenden qm verbrannten Waldes. Besonders vor 2 Jahren hat’s fürchterlich getobt. Mehr als 60 Menschen verloren ihr Leben. Wildfires…furchtbar. Wir erleben das jedes Jahr in USA und Canada. Die meisten davon werden hier in Portugal von irgendwelchen Kopfkranken absichtlich gelegt. Teils von Bodenspekulanten, teils von politisch motivierten Idioten, die danach das Versagen des Staates anprangern.

Tja, die Strände. Ich wiederhole mich zwar, aber ich sage gerne, dass sie den Vergleich mit Australien und den USA nicht zu scheuen brauchen. 20-30km lang und leer. Grandios.

Hier ein Blick auf den Hausstrand von Nazare, aufgenommen vom höchstgelegenen Ortsteil Sitio, den man auch mit einer Standseilbahn erreichen kann.

Gestern sind wir nochmal zurück bis zum Leuchtturm von São Pedro de Moel gefahren. Jede Stichstraße zu den verschiedenen Praias runter. Wir waren fast alleine unterwegs, ein Hoch auf die Frühsaison. Nächste Woche wird’s wohl voller, Ostern steht vor der Tür.

Von den Touren erholen wir uns bei Bernardo unweit von São Martinho, mitten in der Pampa. Ein Häuschen mit 2 Zimmern, offenem Kamin (den man abends braucht!) und einem Pool (den man gerade nicht braucht) W-Lan und sogar TV ist vorhanden, nebst Küche und Bad. Der Preis ist mit 50€/Tag erschwinglich. Achja: Im sehr großen Bett befindet sich sogar eine Heizdecke. 😊

Heute wollen wir runter nach Peniche fahren, danach machen wir einen Faulen.

Wir lassen von uns hören.

Travel without CO2 Limit?

So können wir uns schlecht nennen, geht garnicht….Ich habe gerade die Zahlen gelesen, die die realen Kosten für Flüge/Fleisch/Sprit etc. zeigen. Fazit, wenn es so käme: Wir könnten uns das bisherige Leben nicht mehr leisten. Nicht moralisch, und schon garnicht finanziell

Gut, in pkto. Fleisch handeln wir zwei bereits: Doppelt so viel zahlen, halb soviel essen. Damit ist jedem gedient. Der Umwelt, dem Metzger, den Tieren und unserer Gesundheit.

Autofahren wird schwieriger, aber machbar. Wir fahren eh‘ nicht sehr viel (ausgenommen auf Reisen) schneller als 120km/h ohnehin nicht, gleich gar im Ausland, wo die Speed-Limits vernünftig (gegen den gesunden Menschenverstand, meint der Scheuer-Andy von der Auto-Lobby) sind. Wenn andere einen 8-Zylinder in den USA mieten, fahren wir einen Chevy Spark. Der reicht für 2 und frisst nur 4,8l/100km

Fliegen, hmmm, jetzt wird’s peinlich. Gut, richtige Vielflieger sind wir nicht. Ich kenne Geschäftsleute, die pro Jahr bis zu 50 Starts haben. (Die allerdings vom Steuerzahler als Werbungskosten mitfinanziert werden,)

Trotzdem: Fliegen ist zu billig. Viel zu billig. Mein erster Flug nach Australien kostete ca.4000DM. Oft macht man das nicht. Mein Letzter kostete 980€.

Kreuzfahrten machen wir nicht. Das sind gewissermaßen die Rolls-Royce unter den Umweltverpestern, gemessen an Schadstoff/Passagier.

Es geht alles. Wie man die wegfallenden Arbeitsplätze handelt, ist eine andere Frage. Es gibt Länder, die ohne Tourismus bankrott gingen. Airlines, Airports, Rental-Cars, und und und. Das alles ist noch ungeklärt.

Es wird gehen, nur langweilig wird’s halt werden. Zu Hause sitzen und auf den Tod warten wäre noch die umweltfreundlichste Alternative.

Wir machen uns derweil auf die Suche nach einer Klinik, die auf Fernweh und Reisesucht spezialisiert ist. Ich gebe zu, dass mir ein Leben ohne Reisen möglich, aber sinnlos erscheint, um Loriot zu zitieren.

Fazit 2: Reisen ist die neue Todsünde. Nur die Reichen werden den Ablaßbrief bezahlen und weiter dem Laster frönen.

Anhang: Hmmmm, vielleicht wäre die Lösung, die wir für den Fleischverzehr (s.o.) gefunden haben, auch auf’s Reisen anwendbar? Doppelt soviel zahlen, halb soviel reisen? Langsam rausschleichen aus der Sucht?

Anhang 2: Es geht noch besser. Wir bleiben ganz einfach doppelt so lange weg, wie bisher. Dann verringert sich automatisch die Zahl der Flüge, und die Strecken im Ausland kann man auch in der doppelten Zeit schaffen.😂 Und jeder hätte was davon!!

Anhang 3: Anhang 2 scheint mir am vernünftigsten.

Mit vollen Hosen um die Welt. Ein Gedächtnisprotokoll für Silvia M.

Zuvorderst muss ich etwas ausholen, damit einem bewusst wird, worum es geht.: Leute wie ich sind der Alptraum und der natürliche Feind sämtlicher Köche. Sahnesößchen sind Gift für uns. Dabei litt ich unter Laktoseintoleranz schon, ehe es – neben der Glutenunverträglichkeit – zur Modeerscheinung wurde. Nebenbei bemerkt: unter Zöliakie, also der Unverträglichkeit von Gluten – leiden weltweit rd. 1 von 2100 Menschen. In einigen Ländern sind die Zahlen stark unterschiedlich, so sind in den USA rd. 1 von 120 Personen betroffen. Weshalb das so ist, lässt sich nur mutmaßen. Jedenfalls verlangt dort jeder „gluuutnfree“ (bei uns gluteeenfrei) In den Fällen echter Zöliakie ist das in der Tat eine lebensbedrohende Geschichte. Allerdings für weniger als 1% der Bevölkerung. Die Anderen machen nicht aus Solidarität mit, sondern im Irrglauben, dass das gesund sei. Das Gegenteil ist übrigens der Fall.

Nicht so bei der Laktoseintoleranz. Darunter leidet die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung. So z.b. fast ganz Schwarzafrika sowie fast alle Asiaten. Weshalb? Nun, der Mensch ist das einzige Säugetier, das in erwachsenem Alter Milch konsumiert. Wenigstens die West, Süd und Nordeuropäer. Und die Letztgenannten haben im Laufe der Evolution ein Enzym namens Laktase gebildet, das die Laktose (also den Milchzucker) aufspalten kann. Manche – wie ich – verlernen diese Fähigkeit im Laufe des Lebens, und dann kann’s durchaus mal in die Hosen gehen.

So, jetzt zu der Geschichte für Silvia. 1999 war ich in Südamerika unterwegs. Mit Bussen und Flugzeugen einmal fast rundrum, von Uruguay über Argentinien ganz runter bis „Estacion final del mundo“ (Der Bahnhof heißt wirklich so) , und dann über Chile wieder ganz hoch, bis zur Atacama. Auf einem Inlandsflug von Rio Gallegos nach Ushuaia wurde an Bord ein Imbiss kredenzt, ca 40min. vor der Landung. Was es war weiß ich nicht mehr, aber offenbar war ein Milchprodukt darunter. Kurz darauf hieß es „Bitte anschnallen und nicht mehr die Waschräume aufsuchen, wir beginnen mit dem Landeanflug“ In dem Moment meldete sich der Milchzucker in meinen Innereien zum Freigang an. Ich weiß aus Erfahrung, dass ich ca. 30min Zeit habe, ehe ich platze. Auf jeden Fall kam ich noch heil aus dem Flieger, aber Ushuaia ist irgendwie militärisches Sondergebiet, und da muss man erst durch eine Kontrolle. Riesenschlange, und ich ganze hinten!!

Irgendwann war mir alles egal, ich brauchte ein Klo. So tauchte ich unter der Absperrung hindurch und rannte los „¿Donde estan los servicios“? schrie ich in schlechtem Spanisch den Uniformierten zu, die mich verfolgten. Sollen die mich meinetwegen erschießen, mir war alles egal. Endlich! Servicios, Aseos publicos!

Als ich später schweißüberströmt den Ort der Erleichterung verließ, wurde ich nicht verhaftet. Weshalb, weiß ich nicht. Vermutlich waren die Grenzbeamten vor den heftigen Eruptionsgeräuschen geflohen.

Ich kann die Witze über „Lackdosenintoleranz“ haha, nicht mehr hören. Diesen Leuten sollte man ein verschreibungspflichtiges Abführmittel einflößen, und sie anschließend in ein öffentliches Verkehrsmittel setzen. Ohne Klo.

Mahlzeit! (bitte ohne Milchprodukte)

Portugal 2019/1: Ein holpriger Anfang.

Zu allererst die gute Nachricht : Wir leben. Schwitzen tun wir zwar nicht, das aber mit Meerblick.

Dann die Liste der schlechten Nachrichten : Das Smartphone meiner Gattin tut’s nicht mehr, und ihr Tablet flackert so komisch. Jetzt hat sie mein Handy (da sie ja mit den diversesten Facebookgruppen in Verbindung bleiben muss!) Das wär‘ das.

Angefangen hat’s schon sch…e. Da wir einen Flug von Frankfurt um 7:20h hatten, machten wir das wie schon öfter. Ein Flughafenhotel mit Shuttleservice buchen, wo man das Auto 14Tage umsonst parken kann. H+ in Hofheim a. T. Shuttle geht 5:20h, das reicht. Schon beim Einchecken: der erste Tritt in die Eier: „Ja, theoretisch haben wir das park&fly, aber Sie haben über Booking.com gebucht. Da gilt das nicht,“

?? Na toll. 5€/Tag extra fürs parken. Nie wieder über Booking.com. ein Flughafenhotel mit park&fly buchen!

Zähneknirschend versucht zu schlafen, Handy-Alarm auf 4:30 gestellt, und zur Sicherheit einen wake-up call um 5:00h geordert. Aufgewacht, Blick auf’s Handy: 5:33h!!!!! Ja leck mich doch am Arsch…. Gattin geweckt (die natürlich nix dafür kann, da sie ohne ihr Cochlea implantat völlig gehörlos ist) mit Mundwasser gegurgelt, Zeug in die Trolleys geschmissen und ich zwischendurch ein Taxi beim Concierge geordert. Der schwor Stein und Bein, dass der Weckruf rausgegangen sei. Naja.. (mein Handy hatte ich ja auch nicht gehört)

Taxi, nach ca.12min Fahrt : 40 Euro gradaus. Das sind Straßenräuber. An der Security dann der Beamte zu Jule:“ Was ist denn mit Ihnen los, Sie sind ja völlig durch Wind.“ Naja, es war keine Zeit für Batterien fürs Hörgerät, sie hörte nicht, was die Sicherheitsleute von ihr wollten, und da steigt natürlich der Blutdruck.

Während des Starts die unausgesprochene Frage: „Wollte der Allmächtige vielleicht, dass wir verschlafen? Neulich in Äthopien, bei dem Boeing max 8 Crash hat das einem Briten das Leben gerettet. (Nach der Landung gestand mir Jule, dass sie dasselbe gedacht hatte.)

Unser Flieger war jedoch sicher, da elektrisch.😂

Dann zum Rental-Car. Diesmal wurde jedes noch so kleine Kratzerchen protokolliert, nachdem wir im letzten Jahr so einen Stress hatten.

Navi in den Zigarettenanzünde eingesteckt : Geht. Die Dioden am Ladegerät leuchten. Nach 5m war die Ladeanzeige wieder aus. Ich rein ins Office und die Lage geschildert: „Ja, die Lighter sind deaktiviert, da das ein Nichtraucherauto ist, Sie können ja das USB benutzen.“

Eine dummdreiste Lüge war das, beim Wegfahren ging’s ja noch und außerdem :“ Raucher haben FEUERZEUGE!“ Zudem taugt das Plug-in ohne den zugehörigen Stecker mit dem Glühdraht eh‘ nicht zum Zigarettenanzünden. Die Diskussion war jedoch fruchtlos, der Herr war offensichtlich schlichtweg zu faul, eine Sicherung wechseln zu lassen, oder das Auto zu wechseln. Immerhin geht das USB, und auf’m Handy hab‘ ich ja noch ein Navi.

Soweit der erste Tag. Beim Einkauf bei Lidl mussten wir einmal mehr feststellen, wie teuer Portugal ist. Ca. doppelt so teuer wie Teneriffa, und etwa 30% mehr als Deutschland. Sprit: Super E10: 1,61/l. Das nur als Info nebenbei. (Wir wussten das ja, und es soll auch kein Jammern auf hohem Niveau sein).

Mich wundert nur, wie sich das die Einheimischen leisten können, bei den Löhnen?

Aber gut, mittlerweile scheint die Sonne, die Heizung und das Wi-Fi in Paulas Apartment funktionieren, und wir sind wohl die einzigen Ausländer in Torreira.

Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Portugal 2019: The same procedimento as every year.

Mittlerweile haben wir unseren Rhythmus gefunden. Nachdem wir so ziemlich alle Ecken der Welt heimgesucht hatten, ist eine gewisse Routine eingekehrt.

Winter auf Teneriffa, April, Mai, Juni in Portugal und Irland, Sommer zu Hause, weil da Alle unterwegs sind, September/Oktober USA-Canada. Natürlich würden wir den Winter lieber in Neuseeland und Australien verbringen, aber irgendwo hat die Bank ein Limit gesetzt. Außerdem ist unser klimatischer Fußabdruck schon verheerend genug.

Das Handgepäck ist gepackt, die notwendigen Utensilien überprüft und die Bordkarten sind ausgedruckt. Ahhh, halt! Den Voucher für den Mietwagen noch. So, erledigt. Montag morgen geht’s los, nach Porto.

Porto deshalb, weil Portugal nicht nur aus der Algarve besteht. Die Westküste ist von einer nahezu dramatischen Schönheit.

Wir werden die ersten 3 Nächte bei Paula in Torreira verbringen.

Das ist ca. 65km südlich vom Airport Porto, und ideal als erste Station. Man kennt sich aus, es ist das 4. Mal, dass wir auf der Halbinsel sind. Es ist hübsch da, aber die grandiose Steilküste beginnt etwas weiter südlich.

Hier einige Impressionen der Westküste:

Die zweite Station ist Peniche. Ich hab’s gern gemächlich, lange Strecken kommen dann wieder in Nordamerika unter die Räder. Von da gondeln wir rüber nach Moncarapacho. Das ist bei Olhao, unweit von Faro. Weshalb dann doch Algarve? Naja, dort haben Corry und Eugéne eine schöne Quinta. Wir sind befreundet, und es ist schön, sie wenigstens einmal im Jahr zu sehen.

Niederländer, die seit Jahrzehnten in Portugal leben. Die Gebäude auf der Quinta hat Eugéne selbst gebaut, den Garten angelegt und bis vor ein paar Jahren hat er sogar noch Wein angebaut.

Et Pluisje

Bei Fuseta

Falls Ihr eine schöne Bleibe an der Algarve sucht. http://www.risonha.com ist wärmstens zu empfehlen. Beide sprechen neben Niederländisch, Englisch und Portugiesisch auch sehr gut Deutsch.

Tja, und danach geht’s zurück nach Nazaré, dem Ort, der für die Surfweltrekorde berühmt ist. Ich glaube, 23,5m war der Kawenzmann hoch, die Monsterwelle, die dort geritten wurde. Unglaublich…Sogar aus Hawaii kommen die Beach-Boys und Girls im Herbst.

Und dann geht’s wieder heim. Ein wenig wärmere Klamotten für Irland einpacken.

Ich melde mich spätestens aus Torreiro

Bis dann, adeus.

Die „Lanschaften“.. über die schwere Geburt eines Buches.

„Man schreibt, weil man etwas zu sagen hat“, so meine Freundin Renate aus Italien zu meinen Bemühungen, etwas zu Papier zu hringen. „Zu Papier“ ist in diesem Fall zutreffend, denn bisher war mein Sinnen und Trachten nur auf die Veröffentlichung von E-Büchern beschränkt.

Nun bietet KINDLE Autoren die Möglichkeit, auch Taschenbücher herauszubringen. Und das ist ein anderer Schnack. Beim E-book muss das Dateiformat stimmen, und gut isses. Nun sind Taschenbücher dann recht teuer, wenn viele Bilder darin enthalten sind. „Schwarzweiß mit Farbdruck“ ist zu wählen, und dann berechnet KINDLE die Druckkosten. Und die sind hoch, bei print on demand. Ich hätte das natürlich auch im Selbstverlag veröffentlichen können, mit einigen tausend Euros Vorleistung ….Und dann hast Du den Keller voller Bücher und ein leeres Konto? Nee, dann lieber so. Meine Krimis gibts ja auch als Taschenbücher, aber weil es bei denen nur der Text ist , sind die Druckkosten nicht mal halb so hoch.

Bei „11.000 km durch Canada und USA“ hatte ich zu leiden. 2x wurde die Veröffentlichung zurückgewiesen. Das erste Mal wegen ungeklärter Urheberrechte („wir haben festgestellt, dass Teile des Buches im Netz frei zugänglich sind“), beim zweiten Mal wurden „undruckbare Zeichen“ gefunden. Außerdem entspräche das Bild auf dem Cover nicht den vorgegebenen Maßen. Und nun? Nun, beim ersten Fall war der Fehler schnell gefunden. Ein Kapitel in meinem Blog (ich nehme natürlich meine Blogeinträge, ich schreib‘ das ja nicht alles nochmal anders auf😈) war noch auf „öffentlich“ gesetzt. Das war schnell repariert. Das Bild auf dem Buchdeckel größenmäßig anzupassen ging auch noch, aber was ist mit den „blassen, undruckbaren Zeichen?“ Es dauerte lange, bis ich draufkam. Es war dieses Sch…Smiley 😨.

Alle Smileys gelöscht, denn wer hat schon gern schwarz unterlegte Fragezeichen im Buch? Dann wieder hochladen, und der Dinge harren: „wird geprüft“ stand in meinem Account im „Bücherregal“. Heute morgen nun: „Wird veröffentlicht“. Hurra, heureka. Mein fortgeschrittenes Alter hinderte mich daran, ein paar Moves zu tanzen.

Eine ASID Nr. war schon zugeteilt und ich hab‘ mir das sofort auf Amazon angeschaut. Und was steht da im Untertitel? “

Menschen und Lanschaften von British Columbia bis New Mexico. „LANSCHAFTEN“!!!!

Himmelherrgottsakrament nochmal!!😠😠 Vermutlich sind im Buch noch ein paar Schreipfähler, aber gleich im Untertitel? Nun, auch das lässt sich reparieren. Sobald das Buch auf „LIVE“ steht, kann ich wieder Details ändern… Hier isses dann zu finden. (Wartet aber noch ein paar Tage)

Hä? Was ich damit verdiene? Hahaaaa, der war gut😂😢! Sagen wir’s mal so. Pfandflaschensammler sind Krösuse dagegen. Wenn ein Kasten Oettinger Alkoholfrei in der Woche dabei herausspringt, ist es viel. Und Oettinger ist noch das Billigste. Nee, Geld sollte für einen Hobby-Autor nicht Triebfeder seines Handelns sein. Eher die Autorenexemplare (Druckkosten + Versandkosten) die man als Geschenke für Freunde erwerben kann. Egal, ich schreibe weiter, da dies die beste Medizin gegen vorzeitige geistige Verwahrlosung ist.

So isch’s no au wieder.

Nachtrag: Von wegen Details ändern…das geht zwar bei E-Büchern, bei gedruckten allerdings nicht (obwohl das gar nicht auf dem Cover, sondern nur im Werbetext steht)…. also wieder rausnehmen, neu hochladen, das „d“ in die Lanschaften einfügen….und warten.

Ich geb‘ dann Bescheid

Es ist vollbracht und es ist prachtvoll geworden. Hier

Teneriffa 2019. Heimflug mit Zwangskonversation.

Man sagt dem Schwaben gemeinhin nach, er sei wortkarg und verschlossen. Nun, in der Sitzreihe vor uns sitzt die fleischgewordene Antithese. Ein Mensch aus Ludwigsburg. Offensichtlich nüchtern, aber dennoch von einer Redseligkeit, gegen die selbst unsere Sängerin – die gern viel redet – Angehörige eines Schweigeordens sein könnte. Außerdem hat sie eine sehr angenehme Sprechstimme.

Der Kerl vor uns hat einen blechernen Heldentenor, der bis in die hinteren Reihen zu hören ist. Leider haben sich seine Sitznachbarn (Badener😩..) auf ein Gespräch eingelassen…..Wir fliegen jetzt 1,5h und ich weiß ALLES über den Mann: Seine Wohnung hat 95qm, mit seiner Schwester ist er „quer“ (weshalb wohl..) er fährt einen 7 Jahre alten Diesel UND ein Elektroauto, und überhaupt sei Wasserstoff der Energieträger der Zukunft, meint Herr Gscheidle. (Das wäre ein adäquater Name, denn er kann zu jedem x-beliebigen Thema einen ca. 10 minütigen Monolog halten) Natürlich weiß er alles über Teneriffa/ Kunststoffe/ Verkehrspolitik/ Medizin/ Bildungspolitik/ Agrarwesen/ Botanik/ Luftverkehr/ Theologie / Versicherungswesen/ Hartz4-Missbrauch/ Rennradfahren, um nur einige wenige Beispiele seines – vermeintlich profunden – Wissens zu erwähnen. Nun ja, profund…wenn er über die anderen Themen soviel Müll redet, wie über Kunststoff oder Musik, (denn davon verstehe ich einiges) dann könnte er Rheinländer sein:“Von nichts eine Ahnung haben, aber alles gut erklären können.“ Seit fast 2 Stunden redet der nun ohne Punkt und Komma, in einer Lautstärke wie ein Muezzin. Still 2,5h to go….

Wäre dies ein Nachtflug, dann könnte ich Ihnen erklären, weshalb es bei Flügen gelegentlich zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt.

Das momentane Thema ist übrigens die KFZ-Steuer im Zusammenhang mit Flüssiggasmotoren. Achtung: Jetzt wird er allerdings fremdenfeindlich, denn der Merkel’schen Migrationspolitik steht er ablehnend gegenüber. („Ich habe nichts gegen Ausländer, aber..“) Vielleicht sollte ihm doch mal jemand auf’s Maul hauen?

Wenn nicht, dann möge ihn der Herr wenigstens mit lange anhaltender Heiserkeit schlagen.

3,5h vorbei…Es geht um Trump:“Solche Politiker bräuchten wir auch!!“ Herr Gscheidle wäre dafür geeignet. Auch ihm müsste man einmal -auf gut Schwäbisch – „d’Gosch extra dodschlaga“.

So. Daheim. Bett. Vermutlich träume ich von psychologischer Kriegsführung, bei der man den Feind totquasselt.😩

Teneriffa 2019: ¡El planeta está en peligro!

Das stimmt zwar, der Planet Erde ist tatsächlich in Gefahr, aber das ist nicht das Thema dieses Beitrags. (Unsere CO2-Bilanz ist ohnehin verheerend)

Nein, ich versuche Spanisch zu lernen, mittels Duolingo. Für einfache Konversationen ist die App vorzüglich geeignet, WiFi ist zwar nötig, aber dafür ist das Lernprogramm kostenfrei.

Es fällt mir nicht leicht, da mir die Weihen der höheren Schulbildung versagt geblieben sind. Ansonsten hätte ich vom Französischen profitieren können, das eine ähnliche Grammatik hat. In der Überschrift ist einer der Fallstricke dieser Sprache veranschaulicht: El planeta! Eigentlich sollte planeta doch weiblich sein, weil’s mit „a“ endet? Ebenso verhält es sich mit agua und noch einigen anderen Substantiven. Aber das ist ja nix im Vergleich zur deutschen Sprache, in der es für die Artikel überhaupt keine Regel gibt. „Tagsüber: Der Weizen, das Korn, Abends: Das Weizen, der Korn.“

Meine Bewunderung gilt jedem Ausländer, der als Erwachsener Deutsch gelernt hat. Es muss der Horror sein. Mir gelang es immerhin, unfallfrei in der Werkstatt darauf hinzuweisen, dass das linke Abblendlicht schon wieder kaputt sei, obwohl es erst vor einer Woche gewechselt wurde. (Ohne Hände und Füße zu benutzen!)

Soviel dazu. Ansonsten möchte ich ein kurzes Resümee der vergangenen 6Wochen ziehen, da morgen um 11:45 unser Flieger geht. Tolle Leute aus aller Welt haben wir kennengelernt, alte Freunde besucht und bis auf 2 Wochen kanarisches Sibirien war das Wetter angenehm, teilweise sogar ein bisschen zu warm.

Jule hat mir ihrer neuen Kamera, die mit ihrem 86x Zoom eher ein Fernrohr ist, ca. 25.000 Aufnahmen gemacht…schätzungsweise😁.

Im März werden wir uns in Stuttgart mit einer Lady aus Alice Springs/Australia treffen, die weltweit unterwegs ist, um auf Häuser mitsamt zugehörigen Haustieren aufzupassen, solange Frauchen und Herrchen im Urlaub sind. So braucht sie nur die Flüge zu buchen, alles andere ist frei. Auto/Essen/Wohnen. Wir hatten sie im Monasterio getroffen, wo wir dasselbe Huhn fotografierten, unter dessen Fittichen ca. 8-9 Küken auftauchten.

Bemerkenswert an Martha ist, dass sie mit 73 Jahren seit August ’18 global unterwegs ist. Allein. Die Aussies sind halt die coolsten Socken weltweit, wie wir bereits anlässlich etlicher Reisen durch den fünften Kontinent feststellen konnten.

Dann noch Lily in La Orotava, die dort eine Art WG/Hostel betreibt. Eine ehemalige Bluesröhre aus Berlin (neig’schmeckt aus München), die’s auch jetzt noch drauf hat. Jose aus Mexico, nebst irischer Frau, Dimitri aus Griechenland, Theresa aus U.K. und noch etliche Andere waren beim Grillen auf der Terrasse anwesend. In 5 Sprachen habe ich schließlich „gute Nacht“ gesagt.

Bekloppte wie wir halt, das sagt uns zu. Normalos gibt’s genügend, davon halten wir uns fern.

Eh‘ ich drauf vergesse: Bei Karin und Wolfgang Kieckbusch waren wir zum Kaffee geladen, sehr herzliche Leute, die hier auf der Insel leben. Teneriffa war allerdings nicht das Thema, sondern die USA. Wolfgang ist gewissermaßen der Wander – und Photopapst, was den Südwesten der USA anlangt. Tja, Facebook ist doch nicht ganz so übel wie sein Ruf.

So. Handgepäck ist schnell gepackt (wir reisen ja nur mit cabin-luggage) Das Wetter ist heute…sagen wir mal so: Es macht das Abschiednehmen nicht gar so schwer. Nächsten Winter (so’s die Götter wollen) sind wir von Mitte Dezember bis Mitte Februar wieder hier, um dem Winter und den kurzen Tagen in Deutschland zu entfleuchen.

Im April melden wir uns wieder aus Portugal, wo’s uns wieder mal von Porto bis runter an die letzte Bratwurst vor Amerika zieht, dem südwestlichsten Punkt Europas. Dort kommt man zwar gut mit Englisch durch, aber Spanisch verstehen die Portugiesen auch. Deshalb :

¡Tengo que aprender!

Bis dahin.